St. Vitalis in Köln-Müngersdorf
Meistens ist Müngersdorf Wallfahrtsort für Fußball- und Musikfans, die zum Stadion pilgern. In der Weihnachtszeit setzt dagegen eine stillere Pilgerfahrt ein: der "Kreppchensgang". Die große Heimatkrippe von St. Vitalis zeigt den Dorfkern Müngersdorfs mit seinen Bewohnern und den die Kirche umgebenden Bauten zu Beginn unseres Jahrhunderts. Die erste schriftliche Erwähnung von "Mundestorp" erfolgte 980, eine Kirche bestand vielleicht seit dem 11. Jh. Die heutige Kirche entstand bis 1890 nach Plänen von Theodor Kremer. Er errichtete eine außerordentlich aufwendige neuromanische Anlage, die wie "eine Gottesburg auf der Höhe" thront. Im Krieg erlitt die Kirche relativ wenig Schaden, trotzdem fand 1959 eine gravierende Umgestaltung des Inneren durch Rudolf Schwarz statt, der seit 1956 in Müngersdorf wohnte. Die Innenwände wurden bis auf wenige Elemente in ein einheitliches Weiß getaucht. Nahezu alle historistischen Ausstattungsstücke verschwanden, nur das ehemalige Triumphkreuz, der Kreuzweg und fünf Reliefs der Kanzel sind erhalten. Maria Schwarz und Herbert Herrmann entwarfen den neuen Altar, Hildegard Domitzlaff den Tabernakel. 1978 wurden Tabernakel und spätmittelalterliches Taufbecken einander gegenüberstehend seitlich im Chor aufgestellt. Aus dem Chor ergießt sich in dem ebenfalls neu ausgelegten Fußbodenbelag ein weißer "Gnadenstrom" in das Kirchenschiff. Wichtiges Element der Raumgestaltung im Kontrast zu den weißen Wänden sind auch die Fenster von Wilhelm Buschulte. Der farbenkräftige, nur mit angedeuteter Gegenständlichkeit gestaltete Fensterzyklus entstand in mehreren Etappen von 1960-1986 mit Themen der Schöpfungsgeschichte und Darstellungen einzelner Naturereignisse. Das Westfenster und die Querhausverglasungen zeigen Szenen der Apokalypse. 1994 erhielt St. Vitalis eine neue Orgel von der Firma Klais aus Bonn (23 Register, zwei Manuale). Aufstellung und Prospekt berücksichtigen das große Westfenster und beziehen an der Emporenbrüstung die erhaltenen Kirchenväterreliefs der alten Kanzel mit ein.Quelle: www.kirchenkoeln.de